Ein Bericht nach Kolumbien von Enrique Uribe - eine gemeinschaftliche Übersetzung aus dem Spanischen
In Berlin finden jedes Jahr zwei Rollenspiel-Zusammenkünfte statt, organisiert von Nexus e.V.: Der Burg-Con im Februar und die Odyssee im August. Dies ist ein kurzer Bericht der beiden Veranstaltungen.
Unter dem Gesichtspunkt, ob die Möglichkeiten und der Stil der beiden Rollenspiel-Zusammenkünfte in Berlin sich auf Escrol anwenden lassen, habe ich beschlossen, diesen kurzen Bericht über diese beiden Veranstaltungen zu schreiben.
Im August 2004 nahm ich an Odyssee teil, eine Veranstaltung, die Rollenspieler in Berlin versammelt. Ihr Organisator ist einer von vielen Vereinen, die so wie in Kolumbien eine Organisation ohne Gewinnstreben für Freizeit und Kultur darstellen. Der erste, ziemliche strukturelle Unterschied ist, dass hier in Deutschland besagte Organisationen die vorhandene Infrastruktur nutzen können. Die evangelische Kirche vor allem hat einige Herbergen, Treffpunkte und Freizeit- und Kulturzentren.
In einem solchen treffen sich die Mitglieder von Nexus e.V. samstags und sonntags, um Freizeitaktivitäten zu entwickeln (Rollenspiel, Brettspiele usw.).
Zweimal im Jahr, führt Nexus e.V. eine Veranstaltung durch, die von Samstag bis Sonntag geht und versucht damit einen Aufruf, damit die Rollenspieler Berlins sich untereinander und den Nexus e.V. kennenlernen.
Die Odyssee konzentriert sich auf weniger bekannte Spiele und daher habe ich mich registriert um ein Abenteuer von Pendragon am Sonntag auf Englisch zu leiten. Es nahmen nur drei Spieler teil, aber es war trotzdem unterhaltsam.
Der Punkt ist, dass die Organisation nicht die eines Wettkampfes war sondern einer Zusammenkunft von Leuten. Die Leiter boten ihre Runden mit einer begrenzten Zahl von Teilnehmern an, und die Ankommenden wählen, was sie spielen wollen. Die Leiter haben keinen Eintritt bezahlt, die anderen zahlten 5 € für beide Tage, 4 € nur für den Samstag und 2 € nur für den Sonntag. (weil es am Samstag zwei Runden zu je 6 Stunden gab, während der Sonntag nur eine hatte.)
Außerhalb der Spiele gab es eine Tombola mit von Buchhandlungen oder Spieleläden gespendeten oder geschenkten Preisen. Das Los kostete je 50 Cent bei einer Gesamtzahl von 400 Losen. Ich habe 6 gekauft. Am Ende der Tombola habe ich ein DMG 3.0 gewonnen sowie einen Gutschein über 5 € für einen Spieleladen.
Klar wurde, die Organisation funktionierte, die Leute kamen pünktlich und richteten sich mehr oder weniger nach den aufgestellten Zeitplänen, was dafür sorgte, dass alles funktionierte.
Der Ort, wo sie sich treffen ist eine der Herbergen der Evangelischen Kirche. Da sie ein wenig liberaler sind als die Katholiken, haben sie kein Problem damit, sie zu vermieten, egal für welchen Zweck (Rollenspiele eingeschlossen), vorausgesetzt, dass kein Alkohol getrunken und nicht im Gebäude geraucht wird (ich weiss, das das in Bogotá fast unmöglich ist) und das bei -4 Grad draußen!!!
Schließlich war der Burg-Con fast das gleiche, aber er findet im Februar statt und die Spiele sind die üblicheren (Shadowrun, Vampire, D&D 3.0 & 3.5, Cthulhu, DSA), aber es läuft auf die gleiche Weise ab.
Das lustige ist: Bogotá ist mit Berlin vergleichbar! Obwohl Berlin nur 3,5 Mio Einwohner hat, hat es eine hohe Arbeitslosenrate, was dazu führt, dass die Leute ein ähnliches soziokulturelles Niveau haben wie die Kolumbianer. Außerdem sind die Rollenspieler hier europäische Mittelschicht/untere Mittelschicht während sie in Bogotá Mittelschicht/obere Mittelschicht sind.
Ungefähr 120 Personen nahmen an der Burg Con teil, und ungefähr 150 an der Odyssee. Sicherlich gibt es in Berlin sehr viel mehr Rollenspieler, aber hier wie in Bogotá "it's fucking hard to get them to come together".
Dies waren meine Kontakte mit Rollenspielclubs bisher. In Kürze werde ich mehr Details schicken, sowie ich mehr dazu herausfinde.
Euer Korrespondent in Berlin


