Der Nachbericht

Am 29. und 30. September 01 veranstaltete der Berliner Rollenspielverein Nexus e.V. im Jugendfreizeitheim „Die Burg“ eine Convention der besonderen Art. Wie in den Jahren zuvor trafen sich Liebhaber des Exotischen, Verehrer des Seltenen und Autoren des Ausgefallenen um gemeinsam das Rollenspiel zu zelebrieren. Der Hauptorganisator Nimer Yusef hatte sich vorgenommen diese Convention, mit dem denkwürdigen Namen Arthur C. Clarkes Roman, zu etwas Besonderem zu machen.

Angeboten wurden mehr als 34 verschiedene Systeme in über 70 Spielrunden, mit einem Autorenanteil von etwa einem Drittel. Vielen Spielern fiel es schwer sich für eine der Spielrunden zu entscheiden, da diese fast ausnahmslos von hoher Qualität waren. Vor allem die Autorensysteme vom „Projekt Odyssee“ erhielten großen Zuspruch.

Auch die Spielleiter waren zufrieden, konnten sie doch ihre Systeme „an den Spieler“ bringen und neue Kontakte untereinander knüpfen. Begleitet wurde das Treiben von einer durchgängig als positiv empfundenen Stimmung, an der die Organisatoren (naturgemäß) leider wenig teilhaben durften.

Das Rahmenprogramm mit Tombola, Autorenfrühstück und der berühmt- berüchtigten Versteigerung bei der gebrauchte Rollenspiele erstanden werden konnten, sorgte für ein abwechslungsreiches Wochenenderlebnis. Besondere Leckerbissen waren hier Cyberpunk 1st Ed. und die historischen AD&D Supplements. Außerdem waren zahlreiche Perlen aus dem Hause Fantasy Games Unlimited vertreten, welche nach dem Gewandungswettbewerb für viel Geld den Besitzer wechselten.

Der Zeichner „Fobi“, dessen Zeichnungen auch das Programmheft und die Plakate für die Odyssee schmückten, präsentierte einige seiner Werke in der Cafeteria.

Das Autorenteam von BDL (Bewahrer des Lichts) war mit einem eigenen sehr phantasievoll gestalteten Stand vertreten. Die Autoren die den Stand in Gewandung betreuten, konnten auf diese Weise viel Aufmerksamkeit auf sich und ihr System lenken.

Neben dem allgemeinen Austausch unter Autoren, Organisatoren, Spielern, Sammlern und Liebhabern gab es noch verschiedene Workshops, Einer davon zum Thema Abenteuererschaffung. Die Moderatoren stellten die These auf, man könne ein Abenteuer in 10 einfachen Schritten erschaffen. Dies wurde dann auch heftigst diskutiert und relativiert. Konsens herrschte vor allem darüber, dass einfache Plots sich am besten eignen um spielbare Abenteuer zu schreiben. Die Quellen, aus denen einzelne die Plots entnahmen waren jedoch äußerst unterschiedlich: Sie reichten von schlechten Romanen über Kinderbücher bis hin zu Cartoons. Die Moderatoren selber bevorzugten Pinky und Brain, die ja bekanntlich (wie jeder ordentliche Schwarzmagier) nach der Weltherrschaft streben.

Andere Workshops beschäftigten sich mit würfellosem Rollenspiel, Spielleitung, Kleidung als Mittel der Charakterdarstellung, dem Prinzip „Books on Demand“ sowie dem Freien Rollenspiel (sozusagen Freeware).

Leider gingen die Besucherzahlen nach dem Rekordjahr 2000 wieder zurück, so dass nicht alle Kapazitäten ausgelastet waren. Der Anteil der Stammgäste hat jedoch deutlich zugenommen.

Alles in allem ein gelungener Con, der mittlerweile für Fans des etwas anderem Rollenspiels zu einem festen Termin im Jahresplan geworden ist.

Wir sehen uns in Berlin!

Euer PrO Team